Auf der Spur der Neoprenpelle. Hausbesuch bei der Firma Camaro.

Ein Neoprenanzug ist nicht unbedingt sexy, aber er hält warm, schützt den, der drinsteckt und fehlt in keinem Tauchkoffer. Da ich von Haus aus furchtbar neugierig bin, wollte ich rausfinden, wie die Anzüge hergestellt werden. Ganz unverschämt habe ich mich selber bei Camaro eingeladen, der Firmensitz ist im schönen Salzkammergut am Mondsee gelegen. Nach kürzester Zeit kam ein Termin für einen Besuch und ein Interview mit dem Geschäftsführer und Eigentümer Thomas Roiser zustande.

Camaro beschäftig in Mondsee 200 Mitarbeiter, davon 30 in der Verwaltung und die anderen in der Produktion. Neben der Produktion gibt es einen Factory Shop, dort kann man die  neueste Kollektion und auch Schnäppchen aus älteren Kollektionen erwerben.

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Nach einem Gespräch mit Jörg Tichy, Head of Marketing, ging es auf einen Rundgang durch die Produktion, wo mir der Produktionsprozess erklärt wurde. Hier werden sämtliche Prototypen von Hand gefertigt. Zunächst werden die einzelnen Teile des Anzuges auf Papier gedruckt und dann die Schnittmuster angefertigt. Die Neoprenteile werden dann per Hand zu einem kompletten Anzug zusammengeklebt. Pro Anzug sind bis zu 80 Arbeitsschritte notwendig. Die Serienproduktion der Neoprenanzüge und Lycra Shirts erfolgt  in China.

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Die Trockentauchanzüge werden vollständig in Mondsee produziert. Jeder einzelne Anzug wird in Handarbeit hergestellt, ein Trocki besteht aus 50 Schnitteilen, die vor Ort zusammengesetzt werden. Die fertigen Anzüge werden einzeln getestet. Zunächst werden die Manschetten mit Flaschen und Dosen verschlossen. Der Anzug wird bis zum Maximum aufgeblasen und in ein Becken gelegt. Nachdem die Luftblasen, die das Material abgibt, abgeschöpft werden, wird die Dichtigkeit geprüft. Es ist ganz schön beeindruckend, wie weit man einen Trocki aufblasen kann.

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Im Schnitt bringt Camaro alle zwei Jahre eine neue Kollektion auf den Markt. Der Fokus liegt nicht bei Modetrends und neuen Farben sondern bei der Weiterentwicklung der Materialien. Warm soll es sein, gut passen,  schnell trocknen und lange halten. Für jede Wassersportart wie Surfen oder Triathlon werden die Anzüge den Bedürfnissen ihrer Träger ein wenig angepasst.

Camaro ist ein Familienbetrieb. Der Geschäftsführer Thomas Roiser hat das Unternehmen von seinen Eltern übernommen. Besonderen Wert legt er auf Qualität, Nachhaltigkeit und Service. Jedes Produkt hat eine dreijährige Garantie. Innerhalb dieser Zeit werden alle Schäden unbürokratisch und schnell behoben.

Für mich war es spannend, zu sehen wie  Anzüge entstehen und was hinter so einer Produktion steckt. Besonders beeindruckend finde ich, dass ein Trocki in kompletter Handarbeit gefertigt und jeder Anzug einzeln getestet wird.

Vielen Dank nochmals an Camaro für den aufschlussreichen Tag und für eure Zeit!

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