Eine Ode an den Clownfisch.

Der Anemonenfisch (lat. Amphiprion) wurde spätestens durch den Disneyfilm „Findet Nemo“ eine globale Berühmtheit. Es gibt 29  Arten, zusammengefasst in 5 Untergattungen. Sie unterscheiden sich in ihrer Färbung, Streifen, Flossen und Größe. Der Anemonenfisch lebt in tropischen Breiten im Indopazifik sowie im Roten Meer.

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Leider wurde ihm durch den Film kein Gefallen getan. Die Zahl der Nemos in Aquarien stieg  angeblich sogar noch. Auch die Tatsache, dass er ein beliebtes Fotomotiv ist, ist nicht zu seinem Vorteil. Denn kommt man zu nahe an seine Anemone, will der Clownfisch nicht spielen, sondern ist einfach nur unter massiven Stress. Auch ich bin nicht frei von Schuld. Ich bin so verliebt in den mutigen kleinen Kerl, dass ich immer wieder Fotos von ihm mache.

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Der Clownfisch lebt stets in einer Symbose mit einer Anemone, wobei er hier überhaupt nicht wählerisch ist – er nimmt eigentlich jede. Selten bewohnt er die bunten Schönheiten alleine, üblich sind Mehrgenerationenhäuser und Wohnungsgemeinschaften im Ozean.  Die Anemone ist seine Heimat, sein Wohnraum. Gegen die  giftigen Tentakel der Anemone ist der Clownfisch nicht nur immun, erneuert er doch dort sogar eine eigene Schutzschicht. Laut neusten Forschungen fächelt der Clownfisch seiner Anemone sogar Luft zu (Spiegel Online).

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Der Clownfisch zahlt zwar keine Miete, aber auch er muss seinen Beitrag leisten. Hat er sich einmal entschieden, verteidigt er seine Anemone bis zum letzten Atemzug gegen Eindringlinge. Todesmutig stürzt er sich den riesigen Tauchern entgegen, die sich seinem Wohnraum nähern und verteidigt diesen vehement. Wenn es sein muss, sogar  mit einem Biss in den Finger des Eindringlings.

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Clownfische sind wundersame Wesen. Sie sind nämlich Zwitter. Sie kommen als Männchen zur Welt, ihr weiblichen Sexualorgane ruhen (MarineBio). In ihrer Wohngemeinschaft wird der älteste Fisch zum Weibchen, der zweitälteste darf als Männchen die Dame beglücken.  Stirbt das Weibchen, wird dann die Nummer 2 zum Weibchen (FAZ). Um die Brut kümmert sich das Männchen liebevoll, das Gelege findet in der Anemone Platz und Schutz.

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Nicht nur teilt sich der Clownfisch seine Heimat mit andern Fischen, sondern oft auch mit einer winzigen Garnele. Anscheinend sorgt sie durch ihre Ausscheidungen für Dünger und ist ebenfalls gegen die Tentakel der Anemone immun und vor Feinden geschützt.

Clownfisch_Anemonenfisch_Nemo_-35Ich bin entzückt, wenn ich einen Clownfisch sehe. Eine Anemone mit Bewohnern vor der Nase ist mir viel lieber als ein Hai weit entfernt im Blauwasser. Ich liebe ihn einfach. Sein frecher Gesichtsausdruck und seine immer etwas hektischer Schwimmstil haben es mir angetan. Mir ist aber auch bewusst, dass ich ihn stresse, wenn ich ihn fotografiere.  Der Clownfisch bietet mit der Anemone einfach ein perfektes Fotomotiv. Ich kann an keinem vorbei, ohne zu versuchen noch ein schönes Foto zu machen.

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Was mir wirklich weh tut, ist ein Clownfisch  in einem  Aquarium. Ich möchte ihn am liebsten wie im Film retten und zurück ins Meer bringen. Kein Fisch sollte in einem Glaskasten leben, aber bei ihm leide ich noch stärker. Denn ich habe ihn so oft bei Tauchgängen vor der Maske gehabt, er hat mir so viel Freude bereit und mich amüsiert. Daher wäre es schön, wenn er nur noch in den Ozeanen zu sehen wäre und  nicht hinter Glas.

2 Comments

  • Jens G. sagt:

    Hab nicht gewusst dass diese wunderschönen Tiere in einer Lebensgemeinschaft mit einer Anemone leben und hab mich immer gewundert warum diese stets zusammen fotografiert werden. Verblüffende Erkenntnis! Vielen Dank auch für die tollen Fotos.

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