Indonesien, Raja Ampat. Eine Unterwasserwelt wie von Gott auf LSD erschaffen.

Ich bin immer noch gefangen in einem Traum. Es ist ein Traum von überbordenden Riffen und einer explodierenden Natur. Von Fischen, Korallen, knallbunten Farben, abenteuerlichen Formen und purer Glückseligkeit. Mein Traum heißt Raja Ampat und ich durfte ihn zehn Tage lang an Bord der Mermaid II leben. Schon lange war dieser magische Ort das Ziel meiner Sehnsüchte. Die Erwartungen waren dementsprechend hoch – und wurden dennoch übertroffen. Ich habe zu viel erlebt, gesehen und fotografiert, um alles in einen Beitrag zu packen. Dieses ist der erste Teil meiner persönlichen Traumreise. Ein wirklich guter Start in ein neues Taucherjahr 2016.

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Die Region Raja Ampat gehört zu Westneuguinea, dem indonesischen Teil von Papua-Neuguinea. Im Jahre 1969 annektierte Indonesien die ehemals niederländische Kolonie, offiziell ist in Indonesien von einer Befreiung die Rede. Die Anreise ist lang, die reine Flugzeit  von Wien über Dubai nach Jakarta und weiter nach Sorong beträgt 18 Stunden. In Sorong werden die Taucher auf die Safariboote verteilt.  Zu sehen gibt es dort relativ wenig. Der kleine Markt ist aber eine gute Möglichkeit, mit einem Spaziergang gegen den Jetlag anzukämpfen.

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Nach einer Nacht im Swiss-Belhotel ging es für zehn Tage an Board der Mermaid II. Die Mermaid II ist ein Stahlschiff und bietet den maximal 16 Tauchern  genügend Platz auf 32 Metern Länge.

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Jede Kabine verfügt über individuell regulierbare Klimaanlage, die Kabinen am Oberdeck haben eine eigene Dusche mit WC. Es gibt genügend Sitzmöglichkeiten im Schatten und ein großes Sonnendeck oben auf dem Schiff.

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Der Tagesablauf ist typisch für Safariboote: Geweckt wird um 6:30, man startet früh morgens in den Tauchen-Essen-Schlafen Kreislauf. Nach einem Snack geht es um 7 Uhr ins Wasser. Für mich ist es der beste Tauchgang des ganzen Tages. Man fällt quasi im Halbschlaf in diese wunderbare Unterwasserwelt und wird so langsam während des Tauchganges wach.

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Nach dem vierten Tauchgang gibt es um 20 Uhr Abendessen, am letzten Tag werden zwei Tauchgänge gemacht und die Crew hängt die Ausrüstungen zum Trocknen auf. Getaucht wird von zwei Zodiacs, die über eine kleine Leiter verfügen. Auf Wunsch wird das Jacket samt Flasche auf das Zodiac gebracht, die Crew hilft beim Anziehen der Flossen  und die Kamera wird in das kleine Boot gelegt. Ein Rundum-Sorglos-Paket.

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Kommen wir nun aber zum wirklich wichtigen Teil, dem Tauchgebiet. Raja Ampat ist der Stoff, aus dem Taucherträume sind. Mir fehlen die Worte, um diese Superlative zu beschreiben. Jeder Millimeter der Riffe ist bewachsen, zwischen den bunten Korallen tummeln sich Millionen unterschiedlichster Lebewesen. Das Riff ist in ständiger Bewegung. Schwärme von Glasfischen, Barrakudas, Süßlippen oder Fledermausfischen ziehen an uns vorbei. An manchen Tauchplätzen kreisen majestätische Mantas über den kleinen Tauchern. Unter Korallen liegen Wobbegongs. Man sieht bunte Nacktschnecken in all ihren Farben und Formen. Die Guides zeigen mikroskopisch kleine Pygmäenseepferdchen, die  Winzlinge sind ihrer Umgebung perfekt angepasst. Wenn es einen Gott gibt und er diese Natur erschaffen hat, dann war er wahrscheinlich zu dem Zeitpunkt auf einem LSD-Trip. Anders kann ich mir diese Farbexplosionen kaum erklären. Dieser erstaunte Nemo scheint auch irgendwas genommen zu haben.

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Beim Betrachten dieser Fotos überkommt mich wieder das Fernweh. Ich werde die nächsten Tage nutzen, um die Reise weiter aufzubereiten. Ich hoffe, dass viele von euch Tauchern sich diesen Traum ebenfalls erfüllen können. Raja Ampat ist jeden Euro und die lange Anreise absolut wert.

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