Jordanien. Kultureller Overload.

In Jordanien kann man sich vor lauter Kultur kaum retten. Liebhaber alter Steine, antiker Städte und biblischer Stätten kommen voll auf ihre Kosten. Die Landschaft variiert stark, grüne Hügel, karge Wüste, schroffe Berge und das blaue Meer finden sich in dem kleinen Königreich.

Die Wege zwischen den Sehenswürdigkeiten sind kurz. Ich habe mich daher für eine Rundfahrt mit dem eigenen Mietwagen entschieden, mit Mama auf dem Beifahrersitz ging es los. Autofahren in Amman ist nur bedingt für schwache Nerven geeignet. Gefühlte 70 Prozent der Fahrer telefonieren oder haben die Augen fest auf die Displays ihrer Handys geheftet.

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Wie in Ägypten gilt: jeder schaut nur nach vorne, hinten ist Terra Inkognita. Mit ein wenig Übung, Aufmerksamkeit, Entspanntheit sowie einer guten Hupe lässt sich jede Situation meistern.

Amman selber hat bei mir einen ganz guten Eindruck hinterlassen. Die wunderbare Rainbow Road beheimatete mein absolutes Lieblings-Café, das Wild Jordan mit dieser tollen Aussicht.

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Die Zitadelle, auch aus der Römerzeit, ist sehr hübsch mit einer tollen Aussicht auf die Stadt. Als dann noch der Muezzin zum Gebet gerufen hat, war die Stimmung absolut umwerfend.

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Um das römische Theater herum finden sich viele Märkte und ein Gewusel an kleinen Gassen und Straßen.

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Im Osten von Amman gibt es Wüstenschlösser aus der Zeit 600 – 700 nach Christus zu besichtigen.

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Im Norden findet sich die antike römische Stadt Gerasa /Jerahsh mit intakten Säulen, Tempeln und einem ovalen Forum.

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Ganz im Norden, von der Burg Umm Quais,  sieht man nicht nur Israel und den See Genezareth sondern auch die berüchtigten Golan-Höhen. Der ewige Zankapfel zwischen Isreal und Syrien, den man nur aus Medienberichten kennt.

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Fast genauso wie diese Anlagen (oder sogar noch mehr) haben mich die Straßenschilder beeindruckt. Von hier hätte ich direkt in die Brennpunkte unserer heutigen Welt fahren können. Syrien und Irak sind ausgeschildert, so wie man in Wien an dem Schild Richtung Ungarn vorbeifährt.

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Diese Kriegsschauplätze sind nicht in einem anderen Universum, sondern gar nicht so weit weg von uns.

Weiter ging es zum Berg Nebo Der Berg Nebo ist ein Heiligtum der Christen. Von hier sah Moses das gelobte Land: „Am gleichen Tage sprach der Herr zu Moses: „Steige auf das Gebirge Abarim hier, auf den Berg Nebo im Lande Moab, gegenüber von Jericho! Schau das Land Kanaan, das ich den Israeliten als Eigentum verleihen will! Sterben sollst du auf dem Berg, auf den du steigst, und dich zu deinen Stammesgenossen scharen, wie dein Bruder Aaron auf dem Berg Hor gestorben ist und zu seinen Stammesgenossen versammelt wurde!“ (Deuteronomium 32, 48 – 50).

 Man hat bei gutem Wetter eine wunderbare Aussicht auf das Jordantal, Israel und das Tote Meer.

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Ein weiterer wichtiger Ort für Christen ist Bethanien Jenseits des Jordan. Hie wurde Jesus von Johannes dem Täufer getauft.

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Man keine seine Füße in den Fluss halten, gegenüber auf israelischer Seite gerade fand eine Massentaufe statt.

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Madaba mit der St. Georg Kirche ist ein weiterer wichtiger Ort für Christen. Hier findet sich ein wunderbares Mosaik aus dem 6. Jahrhundert, besonders beeindruckt haben mich die 2 Fische im Jordan. Einer schwimmt Richtung Totem Meer, der andere kommt ihm entgegen,  um ihn zu warnen. Das Tote Meer ist kein Lebensraum für unsere geliebten Fische.

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Weiter ging es Richtung Küste. Das Tote Meer liegt quasi auf halber Strecke zwischen Amman und Aqaba. Die Landschaft ist karg, auf dem Mars könnte es ähnlich aussehen, sollte es dort Wasser geben.

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20150329_105342Das Wasser ist nicht nur extrem salzig sondern auch sehr ölig, Haut und Haare werden samtweich. Natürlich muss man sich auch mit dem schwarzen Schlamm einschmieren. Dem Wasser und dem Schlamm werden heilende Kräfte zugeschrieben.

 Das Tote Meer ist faszinierend, in dem Wasser zu schwimmen fühlt sich an als würde man mit Neopren -schuhen oder Flossen schwimmen.Man bleibt einfach oben.

 

Endlich ging es nach Petra. Alle Worte der Superlative wirken abgelutscht und schnöde gegen den Anblick der Felsenstadt. Nichts, aber auch gar nichts, kann diesen Anblick beschreiben. Selber hinfahren oder Indiana Jones gucken. Ein Tag reicht kaum aus, wenn man auch das Kloster sehen will. Um dorthin zu gelangen braucht man insgesamt um die 6 Stunden. Man kann sich auch in Kutschen oder auf Eseln durch die Anlage führen lassen. Die beste Tageszeit für Petra ist früh morgens, bevor die Horden die Anlage stürmen.

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Auf dem Weg Richtung Süden fuhren wir noch die Burg in Karak an, eine Festung der Kreuzritter. Ein wirklich beeindruckender massiver Bau, von dem man eine gigantische Aussicht auf die Umgebung hat.

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Die letzte Nacht verbrachten wir in Wadi Rum in einem Wüstencamp, es liegt auf 800 Metern Höhe. Wer einen 4×4 hat kann direkt selber zum Camp fahren, selbst mein Duster hat es geschafft. Der Boden ist weniger sandig als im Oman, die Wege sind eher Schotterpisten. Alle Einnahmen aus dem Tourismus gehen direkt an die Beduinen vor Ort. Sie sind in der Gesellschaft sehr hoch angesehen sind und eine wichtige Stütze des Königs. Neben Sand und eigenwilligen Steinformationen gibt es Jahrtausend alte Zeichnungen der Nabatäer zu sehen, auch damals gab es schon Kamele und Männlein sahen auch schon aus wie heute.

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Absolute Einsamkeit sollte man sich aber nicht erwarten, das Wadi ist touristisch erschlossen und gut besucht.

Am nächsten Tag ging es nach Aqaba, das sich zwischen Israel und Saudi-Arabien an die Küste kuschelt. Nun durfte ich endlich auch abtauchen, den Bericht dazu findet ihr hier. Von Aqaba ging es mit dem Flugzeug zurück nach Amman, um uns die lange Fahrt zu ersparen.

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