Mosambik, Österreich und der Fußball.

Seit Jahren versuchen die Österreicher im globalen Fußballzirkus rund um das runde Leder an der Spitze dabei zu sein. Bei vielen internationalen Tournieren waren sie zwar immer wieder mal am Start, allerdings selten für lange. So ähnlich erging es ihnen auch in den Zeiten der Kolonialisierung des Schwarzen Kontinentes. Denn auch Österreich hat versucht, in der Meisterschaft der Ausbeutung ganz vorne mitzuspielen.

Im Jahre 1777 kaufte der Holländer William Bolt im Auftrag von Kaiserin Maria Theresia die Delagola-Bucht, dort befand sich der Vorläufer des heutigen Maputo. Er erwarb ein Stück Land für die Ostindische Handelskompanie von einem Häuptling und erklärte es umgehend zu einer österreichischen Kolonie. Es sollte die einzige in Afrika bleiben.

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Eine kleine zehnköpfige österreichische Mannschaft versuchte, das Match für sich zu entscheiden. 1781 war man leider wieder raus aus dem Club der Besatzer, Österreich verlor gegen Portugal im Spiel um natürliche Ressourcen und Macht. Man schied quasi aus diesem makabren Cup aus. Ganz wie im echten Fußball reichte es auch hier nur für die Vorrunde.

Heute ist Maputo eine recht moderne Hauptstadt, mit circa einer Millionen Einwohnern. Die Skyline kann fast mit Wien mithalten, neue Hochhäuser werden gebaut. Abends trifft man sich an der Promenade, sitzt im eigenen Auto und dreht die Musik auf. Straßenhändler verkaufen Chips und Getränke. Von einer österreichischen Kolonialherrschaft ist nichts mehr zu spüren.

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Die Portugiesen hingegen zeigten wie beim Fußball mehr Ausdauer als die Österreicher. 500 Jahre dauerte ihre Herrschaft. Im finalen Showdown im Jahre 1975 warfen die Mosambikaner ihre ehemalgien Herrscher aus dem Spiel. Die Portugiesen hatten 24 Stunden um das Land zu verlassen. Aber sie hinterließen ihre Spuren. Bis heute ist die Amtssprache Portugiesisch, in Maputo und Inhambane sieht man noch die alten Kolonialbauten.

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Die negativen Folgen der portugiesischen Herrschaft seien bis heute zu spüren, erklärte uns unser Guide Paolao, der übrigens ein ehemaliger Fußballspieler der ersten Liga in Mosambik ist. Die Portugiesen hatten das Wissen, die Maschinen und die Unternehmen. Die lokale Bevölkerung wurde lediglich zur Ausführung der körperlichen Arbeit eingesetzt. Ein Wissenstransfer fand nie statt. Bis heute sei Mosambik auf ausländische Unternehmen angewiesen, um Infrastrukturprojekte und Bauarbeiten durchzuführen. Die Schuld für die Abhängigkeit der Mosambikaner von ausländischen Investoren schiebt er aber ebenso seinen Landleuten zu, sie würden einfach den europäischen und chinesischen Fachkräften das Feld überlassen.

Kaum in der Unabhängigkeit angekommen, begann im Jahre 1977 ein mörderischer Bürgerkrieg, der erst 1992 beendet wurde. Die ohnehin schwache Wirtschaft lag komplett am Boden, das Land war verwüstet und zerstört. Maputo mag zwar recht modern sein, aber die ländliche Gegend ist deutlich weniger entwickelt. Hier einige Impressionen von der Fahrt von Vilankulos nach Tofo.

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Dennoch tut sich einiges in dem Land, überall wird gebaut und gewerkelt. Die Wirtschaft wächst seit Jahren. Politisch gibt es immer wieder Spannungen, aber bisher hält der Frieden im Land. Mosambik ist reich an Schönheit, Natur und freundlichen Menschen. Die weißen Sandstrände lassen ihre Verwandten in Asien oder der Karibik vor Neid erblassen. Am späten Nachmittag verwandeln sich die Strände in Bolzplätze, die Jugendlichen kicken bis zum Sonnenuntergang. Die größte Überraschung sind die hervorragenden Restaurants, in jeder Beach Bar und in jedem Restaurant wurden meine Erwartungen weit übertroffen.

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Die Stationen unserer Reise sind Maputo, Vilanculos und Tofo.  Mosambik hat sich jetzt schon bei mir ganz weit nach vorne gespielt, die Orte und unsere Hotels sind echte Volltreffer. Ich freue mich schon auf die nächsten Tage, die kommenden Tauchgänge und werde davon berichten.

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