Österreich. Der legendäre Grüne See.

Jedes Jahr spielen sich in dem kleinen Ort Tragöß in der Steiermark wundersame Szenen ab. So mancher einfacher Spaziergänger fragt sich, ob er  Zeuge einer Versammlung  bizarrer Fetischisten geworden ist.

Man sieht auf dem Parkplatz und beim Wirten Menschen in Unterwäsche, Badehose, Strampelanzügen, Neopren, und hautenge Latexmanschetten an ihren seltsamen Anzügen. Frauen stehen in Strumpfhosen oder im  Schlafanzug in der Gegend rum, als wäre es das normalste der Welt. Gestandene Männer sehen aus wie riesige Babys in schwarzen Flausch-Plüsch-Stramplern. Einige der Damen stehen in 15mm Neopren mit multiplen Kopfhauben kurz davor, das Bewusstsein zu verlieren. Es handelt sich aber nicht um eine obskure Vereinigung sondern um ganz normale Taucher, die den Grünen See gerade zu belagern.

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Der Grüne See in der Steiermark ist wohl einmalig in Europa. Im Vergleich zu allem, was ich  in meinem Leben schon betaucht habe, ist dieser See  immer noch einer meiner absoluten Highlights. Er entsteht durch herabfließendes Schmelzwasser aus den Bergen und füllt sich beständig bis ca. Juni / Juli. Danach trocknet er aus und gibt die Wanderwege, Brücken und Bänke wieder frei. Die Taucher kommen aus ganz Europa, teilweise mit Wohnwagen und Zelten, um hier zu tauchen. Dieses Jahr haben Ursel (UH)  und ich es auch endlich wieder mal geschafft.

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Ich bin ja bekanntlich unter die Warmduscher der Taucher gegangen, ich tauchte also im Trocki. Darunter trug ich Zwiebel-Look. 3 Schichten Kleidung, leider alle Oberteile mit Rollkragen. Ich schnürte mir damit in meiner engen Halsmanschette zusätzlich die Luft ab, aber ich war wild entschlossen den Tauchgang zu machen. Übrigens, 2 enge Kopfhauben sind sehr unbequem, ich hatte Schmerzen  im Kiefer und mir tat die Halsschlagader weh. Ohne Schmerz kein Preis.

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Ursels trug ebenfalls Zwiebel-Look: 3mm Anzug + 5mm Anzug + 7mm Eisweste und ebenfalls 2 Kopfhauben. Sie konnte kaum noch atmen. Ihre Arme bekam sie nicht mehr runter und watschelte wie ein Michelin-Pinguin zum See. Meine Heldin. Dabei ist sie nicht nur sie so eine harte Sau, meine Freundin Andrea wandte 2 Wochen später bei ihrem Neoprenoutfit auch die Zwiebel-Taktik an an, bis sie 15mm Stärke erreichte. Noch so ein Neopren-Michelin-Weibchen. Mädels, ihr seit die Coolsten!

 Der Einstieg war wirklich ein Kampf. Bis die Flossen zu waren, die Hauben saßen, die Masken saßen und die Handschuhe drauf waren dachten wir beide, uns trifft gleich der Schlag. Ohne Ursels Mama hätten wir einige Kleinigkeiten kaum geschafft. Einmal im Wasser war aber alles wieder gut und entspannt.

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Der Tauchgang entschädigte für all die Mühen und Schmerzen. Auch wenn die Sicht nicht grandios war, der Grüne See ist immer wieder faszinierend und atemberaubend, nicht nur wegen der 6 Grad Temperatur die beim Abtauchen das Gesicht zum Prickeln bringen.

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Ich hoffe, dass der Wasserstand weiter steigt und ich noch einmal in diesem herrlichen See abtauchen kann.Auch Schnorchler haben wir einige gesehen, der See ist ja nicht so tief und die Sicht ist ausreichend gut. Nach dem Tauchgang kann man um den See wandern, aber auch auf die höheren Berge klettern. Ein herrliches Fleckchen Erde.

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