Unbekanntes Europa. Teil 2: Tauchen im Ohridsee, Mazedonien.

Vom Kosovo an den Ohridsee .

Nach einem Aufenthalt in der Hauptstadt des Kosvo, Priština,  erreichten wir nach einer langen Autofahrt abends den Ohridsee in Mazedonien. Mazedonien kannte ich von mehreren beruflichen Reisen. An den berühmten Ohridsee, der Weltkulturerbe ist, hatte ich es aber bisher noch nicht geschafft.

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Der wunderschöne Ohridsee in Mazedonien.

Der Ohridsee ist einer der ältesten Seen der Welt und erreicht eine maximale Tiefe von 287 Metern (wikipedia.org). Mit einer Oberfläche von rund 360m2 wird er auch das mazedonische Meer genannt. Im Süden gehört der See zu Albanien, der Grenzübergang ist kurz nach Sveti Naum, dem berühmten mazedonischen Kloster. Wir entschlossen uns, in Ohrid Stadt zu übernachten. Ohrid ist das touristische Zentrum am See. Unsere Unterkunft buchten wir im Internet, für eine Nacht mit Frühstück kann man zwischen 20 und 35 Euro kalkulieren, Essen gehen ist ebenfalls recht günstig und gut. Ohrid ist überschaubar, direkt am See befindet sich der eher neue Teil der Stadt, oben am Hügel unterhalt der Burg die Altstadt.

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An der Uferpromenade reihen sich einfache Unterkünfte, Bars, Cafés und Restaurants aneinander. Wie es oft auf dem Balkan ist, dröhnt die Musik aus den Lokalen, junge Männer fahren mit dicken Autos gegen die Einbahnstraße am See entlang und lassen den Motor röhren. Untermalt wird das ganze vom Quaken von hunderten von Fröschen am Ufer des Ohridsees. Die Hotels und Pensionen sind recht günstig, die Zimmer sauber, großen Luxus darf man aber nicht erwarten. Vorab hatte ich bereits Kontakt mit der einzigen Tauchschule vor Ort, Amfora Diving aufgenommen. Am nächsten Morgen erkundete ich auf dem Weg in die Tauchbasis die Gegend am See. Sanfte Hügel , grüne Wiesen und steile Felsen an die sich kleine Dörfer schmiegen, säumen den Weg.

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Tauchen im Orhid See

Das Tauchzentrum liegt auf dem Gelände des Freilichtmusums, in der Bay of Bones. Hier kann man oben an der Straße parken. Sagt man am Einang man möchte tauchen, zahlt man keinen Eintritt. Der Weg zum See und zur Basis ist steil, mit viel Ausrüstung tut man sich hier als kleine Frau schwer.

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Ich habe mir daher etwas von der Tauchbasis ausgeliehen. Die Basis liegt wirklich direkt am See, von hier hat man einen tollen Blick auf die Bucht, das nachgebaute Pfahldorf und den See.

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Die Tauchbasis und der Miteigentümer Jovan.

Die nachgebaute Siedlung stellt eine Dorf aus dem Jahre 1.200 bis 600 vor Christus dar. Überreste finden sich im See, im flachen Bereich auf bis zu 5 Metern. Nach einem kurzen Briefing ging es hinab in das warme Nass. Sofort war ich absolut überrascht wie viel Fisch sich hier tummelt. Der Boden ist bedeckt mit hellem Seegrass, überall sind Schwärme von kleinen Fischen die an uns vorbeiziehen. Nach einiger Zeit finden wir sie, die Artefakte aus der prähistorischen Siedlung am Ohrid See. Tassen, Knöpfe, Specksteine und sogar ein Gebiss. Weiter unten auf 30 Metern soll sogar eine große Amfore liegen.

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Eines der Highlights ist es, unter dem Pfahldorf hindurch zu tauchen.

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Da der See sehr tief ist, kommen hier auch Tec Diver auf ihre Kosten. Zum Abschluss des Tauchganges wartete so gar eine Seeschlange auf uns:

Die Jungs von Tauchcenter sind top ausgebildet, super nett und kennen den See und die Region wie ihre Westentasche. Wie die meisten hier verdienen sie sich mit dem Tourismus ihren Lebensunterhalt, aber es reicht kaum zum Leben. Die jungen Leute sind desillusioniert, dass sich in ihrem Land jemals etwas ändern wird glauben sie nicht. Korruption, Vetternwirtschaft, eine träge Verwaltung und Spannungen in der Gesellschaft machen ihnen das Leben schwer. Dennoch lieben sie ihr Land und möchten nicht weg.

Unterwegs in Ohrid

Nachmittags wurde endlich auch das Wetter etwas besser und wir brachen zu einem echten Touristenprogramm auf. Vom See ging es auf die Burg, die über der Stadt thront und in die wunderbare Altstadt. Von hier oben sieht der See wirklich aus wie ein Meer. Hier zeigt sich auch, das Mazedonien längst kein Geheimtip mehr ist. Neben Bussen mit der Aufschrift „Harvard University“ trafen wir auf Horden von griechischen Touristen. Böse Zungen würden sagen, sie waren auf der Suche nach ihren Wurzeln *hüstel*. Griechenland und Mazedonien streiten sich bis heute um den Begriff Mazedonien, da sie Angst haben die Mazedonien würden sich das griechische Makedonien auch einverleiben. Aber lassen wir die Politik Politik sein.

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Aussicht von der Burg in in Ohrid.

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Der steile Aufstieg lohnt sich. Oben in der Altstadt kuscheln sich kleine alte Häuser windschief aneinander, viele sind wild bewachsen mit Blumen.

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Kleines Mädchen mit rosa Käfer in der Altstadt von Ohrid.

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Unterhalb der Burg kann man alte Klöster und Kirchen besichtigen, der renovierte und touristische Teil der Altstadt lädt geradezu ein, sich bei einem Getränk von den Strapaze des Aufstieges zu erholen. Am nächsten Tag verließen wird Ohrid und ehrlicherweise fand ich diese 2 Nächte auch ausreichend. Das Kloser von Sveti Naum haben wir leider nicht gesehenen, laut dem netten Grenzbeamten ist uns hier etwas entgangen. Der Grenzübergang war nur spärlich besucht, wir ernteten auf beiden Seiten Anerkennung für unsere Reisepläne. Die Beamten waren wirklich herzlich, nett und zu einem Spaß aufgelegt. Es sollte nicht unsere letzte positive Begegnung mit Grenzbeamten bleiben. Nun waren wir endlich in Albanien angekommen und fuhren Richtung Permet, in den albanischen Bergen.

 

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