Unbekanntes Europa. Teil 3: Von Ohrid nach Përmet.

Nach einem kurzen Aufenthalt am Ohridsee ging es endlich in das Land der Skipetaren. Wieder lag eine langer Tag hinter dem Lenkrad vor uns, von  Ohrid sollte es direkt Përmet gehen. Für die knapp 200 Kilometer veranschlagte Google Maps ganze 5 Stunden, sprich wir würden eher 5-6 brauchen. Wir überquerten die Grenze bei Sveti Naum (Mazedonien) und suchten in Pogradec eine Tankstelle und eine Bank. An der Bank scheiterte ich zum ersten Mal in Albanien, da ich die Höchstgrenze zum Abheben massiv überschritt. Um mich herum standen viele Albaner, die mir neugierig dabei zugschauen wie ich wahrscheinlich ein Vielfaches ihres Monatslohns abheben wollte. Die Leute waren aber sehr nett, sehr hilfsbereit und freundlich. So sollte es die ganze Reise über bleiben.

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Unser erster Halt war in Korça. Die Stadt wird oft als Wiege der albanischen Kultur bezeichnet und ist seit der Bronzezeit besiedelt. Lange Jahre war Korça ein wichtiges kulturelles Zentrum, hier verschmolzen albanische, griechische, französische und türkische Einflüsse.

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Der Basar der kleinen Stadt wurde liebevoll restauriert, so kann man sich vorstellen wie es hier vor 100 Jahren ausgesehen hat.

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Auf der anderen Seite der Hauptstraße befindet sich die Fußgängerzone mit schönen alten Gebäuden, einem Brunnen und einer riesigen Kirche. Nicht alle Albaner sind Muslime. #Vorurteile. Hier nahmen wir noch einen kleinen Snack ein und machten uns auf die Weiterreise nach Përmet.

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Der Auftakt unseres Roadtrips durch Albanien hätte spektakulärer nicht sein können. Zwar hatte ich viel über die Schönheit des Landes gehört, aber nicht erwartet so schnell so viel atemberaubende Natur zu sehen. Die Straßen sind ein einem guten Zustand, aber bei so viel Panorama hat die Fahrt viel länger gedauert als geplant.

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Wir fuhren durch dichte Wälder, Berge mit grünen Wiesen, atemberaubenden Panoramen.

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Unterhalb schimmert in  Türkis Europas letzter wilder Fluss, die Vjosa.

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Unterwegs kehrten wir in kleinen Restaurants ein, außer uns waren relativ viele Motoradfahrer aus ganz Europa unterwegs. Die kurvigen Bergstraßen sind ein Eldorado für Motorradfahrer.

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Völlig erledigt erreichten wir abends Përmet. Es gibt in der Innenstadt zwei Hotels und wenige Restaurants. Am frühen Abend ist die Stadt wie ausgestorben, abends sammeln sich die Menschen in der Fußgängerzone. Am nächsten Tag erkundeten wir die Umgebung. Përmet ist unter anderem berühmt für die Thermalquellen Bënja, die etwa 15 Minuten von der Stadt entfernt sind.  Ein kleiner Obolus ist für die Einfahrt zu entrichteten, dann kann man gemütlich auf dem großen Parkplatz parken. Zu Fuß geht es am Wasser entlang zu der entzückenden ottomanischen Brücke „Ura e Kadiut“, die sich steil über den Ausläufer der Vjosa erhebt.

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Was seit hunderten von Jahren hält, würde auch unter uns nicht zusammenbrechen. Zunächst wollten wir aber ein Trecking durch die Schlucht machen. In Wanderschuhen und kurzer Hose machen wir uns auf den Weg. Ich hatte große Angst, von dem unbefestigten Weg abzurutschen, bis ich von zwei alten Mütterchen überholt wurde. Die beiden waren gefühlt doppelt so alt wie ich und kletterten in Plastiksandalen wie junge Zicklein über die Steine. Also marschierten wir auch los und wurden mit der wunderbaren Schlucht belohnt. Wir waren die einzigen Wanderer, bis auf das Rauschen des Wassers und dem Gesang von Vögeln, war nichts zu hören.

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Dieser Ausflug ist für mich einer der schönsten, die ich jemals gemacht habe. Abgekühlt habe ich mich unterwegs in den „Fluten“ der Vjosa.

dsc01278Nach ungefähr 1,5 Stunden kehrten wir um . Wir erreichten das erste von drei Thermalbecken ein gutes Stück oberhalb der Brücke und entspannten uns im warmen Wasser von dem langen Fußmarsch. Ein weiteres Becken befindet sich etwas versteckt unterhalb der Brücke, das große Hauptbecken ist gut sichtbar auf der anderen Seite.

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Auf dem Rückweg nahmen wir ein junges Pärchen mit im Auto, es sollte der Beginn einer Freundschaft werden. Die junge Dame riet uns eindringlich dazu, in Përmet einen Rafting Trip auf der Vjosa zu machen. Zwar reisten wir am nächsten Tag dennoch ab, aber diesen Hinweis vergaßen wir nicht. Von Përmet ging es weiter zu dem Weltkulturerbe Gjirokastër. Die beiden Städte liegen nicht weit auseinander, wäre da nicht ein riesiger Berg dazwischen.

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Diesen muss man umrunden, die Fahrt dauert knapp 2-3 Stunden. Dafür wartet das zauberhafte Gjirokastra auf staunende Besucher.

 

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