Vrsar, Kroatien. Besuch bei Triton Diving.

Einer der schönsten Nebenwirkungen meines Umzuges nach Wien ist die gute Erreichbarkeit Kroatiens. In schlanken 5-6 Stunden ist man am Meer. Seit langen Jahren fahre ich immer wieder gerne nach Vrsar. Dort habe ich auch Barbara und Matti kennengelernt. Letztes Jahr haben sie sich mit einer Tauchbasis selbständig gemacht. Ich habe sie besucht und mit ihnen über ihr erstes Jahr Selbständigkeit geredet.

Vorab: dieser Artikel ist subjektiv und einseitig. Ich bin mit den Eigentümern der Basis schon lange befreundet und stehe voll hinter ihnen.

Wer seid ihr? 

Wir sind Barbara und Matti, Eigentümer von Triton Divig in Vrsar. Eigentlich sind wir zu dritt, aber unser Partner Ivan ist heute nicht da. Ivan kommt aus Virovitica, Kroatien. Barbara kommt aus Telfs (Österreich) und Matti aus Neupetershain (Deutschland). Wir betreiben seit April 2015 unser Tauchcenter auf dem Campingplatz Orsera. Am 15. April geht die neue Saison los.

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Was habt ihr vorher gemacht?

Matti ist seit 9 Jahren als Tauchlehrer in Kroatien, Barbara seit 11. Davor haben wir jahrelang in Thailand und Ägypten gearbeitet. Ivan hat über 7 Jahre lang auf verschiedenen Tauchbasen gearbeitet.

Wieso habt ihr euch in Kroatien niedergelassen?

Matti: ich bin der Liebe wegen hier (Seitenblick zu Barbara).

Barbara: ich bin aus Thailand hergekommen, weil ich unbedingt an der Baron Gautsch tauchen wollte. Matti ist mir gefolgt. Kennengelernt haben wir uns beim Tech Diving Kurs in (Ivan haben wir hier kennengelernt.

Viele Taucher / Tauchlehrer träumen von der eigenen Basis. Wie war der Umstieg vom Angestellten zum Chef?

Nach so vielen Jahren als Tauchlehrer und Basisleitung war die Umstellung gar nicht so groß. Auch als Tauchlehrer plant man den Tag mit den Gästen und Schülern. Wir haben immer schon von einer eigenen Basis geträumt und haben uns diesen Traum verwirklicht. Es steckt sehr viel Arbeit und Herzblut drin.

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Welche Herausforderungen haben euch in Kroatien mit der Selbständigkeit erwartet?

Die Herausforderungen war weniger das Land, sondern die kurze Zeit von nur 3 Monaten die wir für die Gründung, Vorbereitung und Eröffnung hatten.

Dazu mussten wird die Genehmigungen für die Wracktauchgänge einholen und ein Kapitänspatent für die kommerzielle Bootsfahrt machen.

Wie ist eure Basis ausgestattet?

Wir haben einen 600l Bauer Silent (V20) Kompressor mit einer MPS Continuous Flow Mischanlage und einer 6×50 l Speicherbank. Wir füllen mit einer 300 bar Füllanlage und verfügen über einen K15 Reservekompressor mit 380l. Feuchtigkeit und Kohlenmonoxyd werden über die Anlage automatisch überwacht. Die Ausfahrten machen wir mit unserem neuen 7.50 Meter Bombard Rip Boat. Der 150 PS Yamaha Außenborder sorgt für ordentlich Geschwindigkeit. Boot und Füllanlage haben wir sorgfältig ausgesucht, denn diese sind einfach die Herzstücke unserer Basis. Wir haben komplette neue Leihausrüstung für 14 Taucher. Dazu verfügen wir über zwei Unterwasser-Scooter (SUEX), die sich die Gäste ausleihen können.

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Wie viele Taucher passen auf das Boot?

Auf das Boot passen 8 Taucher + 2 Guides. Gruppen ab 8 Personen bieten wir einen Vollcharter an. Wenn wir mehr Gäste haben, fahren wir mit einem zusätzlichen Boot raus, das wir chartern.

 Wie sieht auf ein typischer Tauchtag bei euch aus?

Es geht bei uns auf der Basis morgens um 9 los . Die Ausrüstung wird auf der Basis zusammengebaut, das Briefing machen wir gemütlich bei einem Kaffee. Dann geht es auf das Boot, das direkt vor der Basis liegt. Die Ausrüstung bringen wir für unser Gäste auf das Boot. Die Anfahrtszeiten zu den Tauchplätzen betragen zwischen 5-45 Minuten. Alleine in einem Radius von 10 Minuten haben wir 10 Tauchplätze. Insgesamt hat das Tauchgebiet, das wir anfahren, genug Tauchplätze, um eine abwechslungsreiche Woche bei uns zu verbringen.

Auf das Vollcharterboot passen bis zu 25 Taucher. In der Hausbucht kann jederzeit kostenlos getaucht werden, es wird nur das Füllen der Flasche berechnet. Wer mit der halbvollen Flasche vom Boot kommt, kann die Flasche gemütlich in der Hausbucht leer machen. Vor den anspruchsvolleren Tauchgängen kann in der Hausbucht entspannt tariert werden.

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Wir fahren 3 Mal am Tag zu Einzeltauchgängen raus, 4 sind möglich. Dazu kann ein Nachtauchgang gemacht werden. Die Gäste werden in die Planung miteinbezogen, sie können Präferenzen äußern. Jeder kann selber entscheiden, wie viele Tauchgänge er machen möchte und direkt nach jedem Tauchgang wieder an Land gehen.

Unsere Gäste müssen sich um nichts kümmern, kein Gast muss etwas tragen. Die Ausrüstung muss nur einmal zusammengebaut werden, zum Füllen bleibt das Jacket auf der Flasche. Die nassen Anzüge kommt auf unser Hänger, die holen wir abends rein. Nach dem Tauchgang hat der Gast also frei.

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Welches sind eure persönlichen Lieblingstauchplätze?

Natürlich die Baron Gautsch und die Hans Schmidt. Unsere Tauchbasis eignet sich hervorragend um diese Wrack zu erkunden.

Für wen ist denn das Tauchgebiet geeignet?

Es gibt einfache Tauchplätze für Anfänger und Schüler, bis hin zu Tauchplätzen für erfahrene technische Taucher. Es ist für jeden was dabei und wir gehen auf jeden Taucher individuell ein.

Was bietet ihr außer den normalen Tauchgängen noch an?

Zusätzlich zu den Sporttauchern bedienen wir auch technische Taucher. Wir bieten alles was das Tekkie-Herz begehrt an Leihausrüstung, wie Stages, Doppeltanks, Wing-Jackets und spezielle Computer. Wir haben verschiedene Sidemount-Wings zum Testen und bilden Taucher im Sidemount-Tauchen aus. Wir bilden auf allen Stufen bis hin zum Full Trimix aus. Dazu bieten wir auch Handicap Diving an, wir arbeiten eng mit dem IDDA zusammen.

Kann man bei euch auch Ausrüstung kaufen?

Ja, natürlich. Wir verkaufen Ausrüstung für Sporttaucher und technische Taucher. Wir sind auch eine zertifizierte Service-Werkstatt für Apeks, Aqualung und Tecline.

Was für eine Infrastruktur hat man als Gast bei euch zur Verfügung?

Wir haben Schließfächer für die Wertsachen. Direkt über unsere Basis ist ein Restaurant. Der Campingplatz bietet Kindebetreuung an, während die Eltern tauchen sind. Hunde können bei uns direkt auf der Basis abgegeben werden, auf die passen wir auf.

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Was ist euch noch wichtig?

Unsere Schlagworte sind Individualität, Flexibilität und Entspannung. Wir tauchen immer in kleinen Gruppen, damit wir auf jeden Gast gut eingehen können. Mit dem schnellen Boot sind wir trotz unserer Gemütlichkeit und Spontanität vor den großen Booten am Tauchplatz – und schnell wieder an Land. Das Boot liegt direkt vor der Basis im Wasser, es gibt keine Anfahrten mit dem Bus. So können die Gäste nach den Tauchgängen mehr unternehmen. Während des Tauchtages nehmen wir unseren Kunden alles ab, nur Tauchen müssen sie alleine.

Was kann man in Istrien noch machen ?

Istrien ist generell für Sportler und Familien geeignet. Man kann Radfahren, Wandern, Klettern, Tauchen und Schnorcheln. Kulinarisch ist Istrien ein Genuss, die Küche ist gut und frisch. Wer Natur erleben möchte und einen aktiven Urlaub verbringe möchte, ist hier richtig. Natürlich kann man auch einfach nur faul am Strand liegen und die Sonne genießen. Kulturell gibt es viele alte Städte zu besichtigen, wie Pula oder Motovun.

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Wie gefällt es euch nach einem Jahr Selbständigkeit?

Wir sind glücklich, dass wir für unser Gäste die Tauchtage so bequem und individuell wie möglich gestalten können. Durch die kleinen Gruppe und die mehrfachen Ausfahren am Tag können wir gut auf die Taucher eingehen. Wir leben einfach unseren persönlichen Traum, sind mit Leidenschaft dabei und das spüren unsere Gäste.

2 Comments

  • Jürgen Schophoven sagt:

    Schöner Bericht den ich so unterschreiben kann, Barbara Matti und Ivan sind eine super tolle Truppe. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch im Sommer.

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