Wie kann ich Müll reduzieren?

Müll ist Geißel der Erde

Die Welt versinkt in Müll. Plastikmüll findet sich heute am tiefsten Punkt der Erde, Müll verschandelt Strände, Riffe, Seen aber auch Städte und Wälder. Wale verrecken mit Müll im Magen, Octoupsse nisten sich in Blechdosen ein und Schnorchler navigieren durch eine Schicht aus Plastikmüll.  Überall werden Mikroplastiken nachgewiesen. Mich macht das alles mutlos, ich glaube tatsächlich, dass es für uns schon zu spät ist. Durch die Herstellung von Plastik werden giftige Chemikalien verwendet, die im Verdacht stehen Krebs auszulösen und massiv die Gesundheit der Menschen schädigt (Quell: Bund.net)

Es gibt Initaiviten von verschiedenen Regierungen, Einwegplastik zu verbieten. Die Frage ist aber, ob das ausreicht. Ohne eine globale Anstrengungen und einer Bewegung, bei der die Regierungen, NGOs, Privatpersonen und vor allem die Industrie an einem Strang ziehen, wird es nicht gehen. Wir sind ansonsten dabei, uns zu vergiften und uns abzuschaffen. Denn ohne funktionierende Ökosysteme, ohne überlebensnotwendiges, sauberes Wasser und ohne einem ausgewogenen Klima, werden wir Menschen das nicht überleben. Ob nun die Plastikproduktion und die Verhüllung der Welt  singulär ursächlich für den Klimawandel sind, glaube ich nicht, denn die Gründe sind vielfältig und komplex. Aber es gibt wohl keinen Zweifel, das Plastik nichts Gutes zum Schutz der Natur beiträgt und nicht nur reduziert, sondern soweit wie möglich verboten gehört. Auch wenn es unbequem ist, denn bequem ist für uns Menschen schon lange keine Option mehr.

Müll, Zero-Waste Bewegung und die Bequemlichkeit

Auch ich würde gerne weniger Müll produzieren. Dieses hehre Ziel ist voll von Umwegen, Irrwegen und Alternativen und Kompromissen. Früher habe ich tatsächlich Mineralwasser aus Plastikflaschen getrunken, da ich mein Wasser mit Kohlensäure einfach brauche. Ich habe es nicht geschafft, langfristig die schweren Kisten in den ersten Stock im Altbau zu schleppen. Mir war das einfach zu viel, mit einem kaputten Rücken. Als das erste Kind kam, war es für mich gar nicht mehr machbar, also ging es wieder zurück zu den verhassten Platinflaschen. Nun bin ich endlich auf den Soda Stream umgestiegen, auch wenn die Kapseln nicht gerade umweltfreundlich sind, werden sie immerhin wiederverwendet.

Ich bin auf Naturkosmetik umgestiegen und habe meinen Verbrauch an Gesichtscremes, Handcremes und Bodylotion radikal reduziert und meine Haut dankt es mir. Für die Haare und unter der Dusche verwende ich nur noch Seife , festes Shampoo und festen Conditioner. Auch das danken mir meine Haut und meine Haare, letztere muss ich auch seit ich Haarseife verwende, viel seltnere waschen.

Dennoch scheitere ich am realen Alltag. Wir haben zwei kleine Kinder, die noch beide Windeln tragen. Wir sind ein Haushalt, der dadurch extrem viel Müll produziert. Stoffwindeln sind einfach nicht meine Welt, das muss man wirklich mal hinbekommen und ich habe riesen Respekt vor jeder Mutter, die diesen Weg geht. Ich habe versucht, auf  Fruchttücher zu verzichten. Auch dafür bin ich einfach zu bequem, da ich die Waschlappen jeden Tag auskochen müsste und das schaffe ich einfach nicht.  Noch lieber würde ich in einem “Unverpackt Laden” wie der Maß-Greißerei einkaufen. Aber ich müsste dann regelmäßig mit dem Auto in die Stadt fahren, um dort einzukaufen. Ist es also besser, zu Fuß zum Supermarkt zu gehen und verpackte Produkte zu kaufen? Ich weiss es leider auch nicht. Aber ich mache es so.

Vom Ziel “Zero Waste” bin ich also soweit entfernt wie der Berliner Flughafen BER von der Fertigstellung. Bedeutet das also, dass ich bequem kapituliere oder kann ich doch ein wenig etwas tun, um den Müll und den Plastikmüll zu reduzieren?

Kleine Schritte, kleine Wirkung?

Wie oben erwähnt, versuche ich im Bad auf Plastik zu verzichten, ich kaufe so wenig Kinderkleidung wie möglich, ich habe immer eine eigene  Einkaufstasche dabei und nutze den SodaStream. Ich habe meinen Kosmetikverbrauch radikal reduziert, kaufe kaum noch Klamotten, versuche mich bei Flugreisen einzuschränken und fahre seltener mit dem Auto. Ansonsten probiere ich, im Alltag für mich praktikable Alternativen zu Plastikprodukten zu finden. Letzte Woche habe ich mir daher ein Bienenwachstuch gekauft, um meine Lebensmittel damit frisch zu halten und endlich diese elenden Platik- und Alufolien loszuwerden. Bisher habe ich Käse, frischen Teig, Brot oder Gemüse in Plastik frischgehalten. Das Bienenwachstuch verspricht, Lebensmittel durch natürliches Bienenwachs ohne Weichmacher, ohne Chemie und Plastik frischzuhalten. Ich kaufte für horrendes Geld ein Tuch und wickelte meinen heißgeliebten Parmesan darin ein. Und tatsächlich, er ist frisch und geschmeidig wie am ersten Tag. Ganz ohne Plastik. Da ein Büchlein aber 8 Euro kostet, suchte ich nach einem Weg, diese selber herzustellen. Im Internet finden sich diverse Anleitungen, ich habe 2 davon kombiniert und ein gutes Ergebnis erzielt. Ein eigentlich winziger Schritt, wenn man sich überlegt, dass Frischhaltefolie & Co. bei uns im Haushalt einen kleinen Anteil am Müll haben. Aber jeder noch so winzige Beitrag hilft, daran glaube ich ganz fest. Daher ist keine Maßnahme zu klein, um nicht relevant zu sein.

Bienenwachstuch selber herstellen

Zunächst mal eine Einkaufsliste:

  • Stoff:  wer keine Stoffreste im Haus hat, der kauft einen guten Baumwollstoff bei mir natürlich mit Fischmuster – was sonst
  • Bienenwachs-Pastillen, idealerweise vom Imker ohne Verpackung oder halt über das Internet bestellen
  • Kokosöl aus dem Reformhaus
  • Backpapier, Küchenrolle

 

Bienenwachstuch selber machen

Bienenwachstuch selber machen

Bienenwachstuch selber machen

 

Was ihr noch braucht:

  • Einen Ofen
  • Backblech
  • Alte Handtücher / Küchentücher
  • Bügeleisen und Bügelbrett

 

Wie ihr ein Bienenwachstuch selber machen könnt

Im Internet kursieren verschiedenen Varianten der Herstellung. Man kann das  das Wachs in einem Topf auflösen, das Tuch auf ein Bachblech legen und das heiße Wachs darüber ausleeren. Dann schiebt man das Blech in den Ofen. Andere bügeln die Pastillen direkt in die Tücher ein. Mir erschein das alles mit sehr viel Möglichkeiten, eine riesen Schweinrei zu veranstalten, verbunden. Daher habe ich mich für eine Kombination entscheiden. Ich legte ein Backblech mit Backpapier aus, legte die Tücher, die ich mit etwas Kokonusöl bearbeitet hatte,  übereinander und legte die Wachspastillen dazwischen. Die Pastillen müssen gleichmässig verteilt sein, die genaue Menge kann ich euch aber leider nicht sagen, dass müsst ihr selber ausprobieren. Als ich sah, dass die Pastillen geschmolzen waren, holte ich die Tücher raus und legte sie auf die Terrasse. Was aber unnötig ist, denn die Tücher trocknen innerhalb von Sekunden nachdem man sie aus dem Ofen geholt hat.

Bienenwachstuch selber machen

Dann inspizierte ich die Tücher und sah, dass sie zu viel Wachst und Öl aufgenommen hatten, da ich zu viel des Guten genommen habe. Ich legte sie auf Handtücher auf ein Bügelbrett und oben drauf leget ich Küchenkrepp und bügelte das Wachs und das Öl heraus. Dann legte ich noch Backpapier anstelle des Küchenkrepps auf die Wachstücher und bügelte diese erneut, um das Wachs gleichmässig zu verteilen. Fertig sind die Wachstücher. Ich nutze sie bereits, Käse, Brot und Brotteig bleiben herrlich frisch. Die gelbliche Farbe der fertigen Tücher kommen vom Wachs, wer einen solchen Effekt nicht möchte, kauft einfach dunklen Stoff.

Bienenwachstuch selber machen

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