Die Freiheit der Frauen: Unterwassertänzerin Raghda aus Ägypten.

Freitauchen und Unterwassertanzen in Ägypten

In einem großen sozialen Netzwerk sah ich ein bezauberndes Video der ägyptischen Freitaucherin Raghda Ezzeldin. Sofort war ich sehr neugierig, kenne ich in Ägypten doch nur männliche Guides und Tauchlehrer. Noch nie habe ich eine Ägypterin getroffen, die in der Tauchbranche am Roten Meer aktiv ist. Raghda ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Tauchen, Freitauchen und Tanzen sind ihr Leben, ihre Berufung und auch ihr Beruf. Ihre Geschichte möchte ich  hier erzählen.

Die Karriere im Freitauchen

Als  Frau in Ägypten ist ihr Werdegang nicht selbstverständlich. Nach einem Auslandsstudium und Abschluss in Mathematik und Philosophie arbeitete sie im Investmentbanking. Parallel entdeckte sie das Freitauchen für sich. Sie gründetet in 2016 zusammen mit ihrem Geschäftspartner Ahmed Soliman die Egypt Freedivers und später Blue Odyssea. Zusammen mit ihrem Trainer arbeitete sie hart und wurde im selben Jahr den ägyptischen Rekord im Bi-Fins auf 43 Metern und Static mit über 3 Minuten. Diesen Rekord brach sie ein Jahr später selbst mit 45 Metern und 5 Minuten Static. Alles änderte sich erneut, als sie ein  Video der Freitaucherin Julie Gautier sah. Sie verstand, dass sie den Weg der starren Wettkämpfe und Rekorde verlassen musste. Freitauchen sollte  das sein, was es für sie bedeutet. Frei zu tauchen. Ohne Zwänge, ohne Vorgaben, ohne Regeln.

Die Entdeckung der Freiheit

Für Raghda bedeutet das Wasser nicht nur der Ursprung des Lebens. Es ist die Essenz ihres persönlichen Werdeganges, ihres Lebens als Frau und Freitaucherin. Denn Wasser bedeutet heute für sie, dass sie frei sein kann. Sie definiert Freitauchen daher  quasi wortwörtlich, seit sie den Wettkämpfen den Rücken gekehrt hat. Statt zu trainieren, tiefer und länger zu tauchen, begann sie sich frei zu bewegen. Ihr Körper und ihre Seele geben die Bewegungen vor, nicht der nächste Tiefenrekord.

Im Wasser ist sie schwerelos und frei. Sie bewegt sich so, wie sie sich gerade fühlt. Diese Art von Unterwassertanz hat nichts mit festen Tanzschritten zu tun. Sondern damit, sich von eigenen Körpergefühl leiten zu lassen, sich gehen zu lassen und sich komplett zu spüren und wahrzunehmen.

Die innere Göttin und die Sinnlichkeit

In einer Sekunde ist sie im Wasser wie ein spielendes Kind. In der nächsten ist sie eine sinnliche Göttin. Denn Wasser, so sagt Rhagda, ist ein weibliches Element. Voller Kurven, weich und warm umfängt es sie, wie eine Mutter ihr Kind. Unter Wasser fühlt sie sich frei, sexy und sinnlich. Wie eine Göttin. Gerade in Ägypten sind solche Aussagen bis heute nicht verbreitet.

Denn wer sich sexy und sinnlich zeigt, wird schnell abgestempelt. Als leichtes Mädchen, als Frau ohne Moral. Raghda möchte gegen dieses Vorurteil arbeiten und Frauen in Beziehung zu ihrem Körper und ihrer Seele bringen. Sie dazu zu bringen, sich aus diesen Vorurteilen zu befreien. Als Frauen frei zu leben, auch in der strengen ägyptischen Gesellschaft. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, ist es nicht nur die ägyptische Gesellschaft, die Frauen schnell verurteilt. Sondern es ist ein weltweites Problem. Bis heute.

 

Frauen sollen beim Unterwassertanzen ihre weibliche Seite neu entdecken, sich sinnlich spüren und im Wasser komplett gehen lassen. Sich treiben lassen und dem Wasser hingeben. Sich so bewegen, wie sie es  möchten und wie das Wasser es ihnen zeigt.

Wo ihr Rhaghda treffen könnt

Zusammen mit ihrem Partner Ahmed Soliman organisiert sie Retreats in Ägypten. Sie gibt dort verschiedenen Kurse wie Freitauchen, Unterwassertanzen oder auch Mermaid Kurse. Ihr findet sie auf Facebook und  Blue Odyssea. Per Mail ist sie unter raghdaezzeldine@gmail.com zu erreichen.

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