Endlich eine Tauchsafari: Malediven 2021

Der perfekte Tauchurlaub

Es gibt viele Arten, einen perfekten Tauchurlaub zu verbringen. Dabei kommt es auf die persönlichen Vorlieben jeder Taucherin und jedes Tauchers an. Manche verbringen ihre Zeit gerne in einem schönen Resort, machen zwei bis drei Tauchgänge am Tag. Andere fahren mit dem Tagesboot früh morgens raus und verbringen den Tag auf dem Wasser, machen zwei Tauchgänge und dösen dazwischen an Deck.

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Wer gerne viel taucht, verschiedene Tauchplätze anfahren möchte und einfach nur auf dem Wasser sein will, sollte über eine Tauchsafari nachdenken.

Für mich ist es schon lange meine bevorzugte Art, einen Tauchurlaub zu verbringen. Gastbloggerin Andrea hat sich trotz vieler Tauchgänge, Divemasterausbildung und weltweiten Reisen erst jetzt getraut, auf einem Safariboot auf den Malediven einzuchecken.

 Die Entscheidung

Sich für eine Safari zu entscheiden, ist Andrea nicht unbedingt leichtgefallen. Ist man doch eine Woche lang sehr eng mit wildfremden Menschen und der Crew auf einem Boot zusammen. Es gibt wenig Ausweichmöglichkeiten auf den Booten, da sich alle Gäste die öffentlichen Flächen teilen. Wobei sich immer ein stilles Eckchen auf den Booten findet, wenn man unbedingt will. Man steht zusammen mit den anderen 20 Tauchern auf, beginnt und beendet die Tauchtage zusammen.

Ägypten_ Golden_Dolphin_StJohns_Rocky_Tauchsafari

Wenn man jemanden nicht mag, ist das relativ viel Zeit. Bei bis zu vier Tauchgängen am Tag schrumpft diese Zeitspanne aber ganz schnell zusammen, die man sich mit den anderen zusammenraufen muss. Außerdem sind die anderen Taucher meistens doch angenehmen Zeitgenossen. Da es zu Zeiten von Corona keine unendlich große Auswahl an Destinationen gibt und das Angebot verlockend günstig war, entschied Andrea sich gemeinsam mit Freunden für die Safari auf den Malediven, auf dem Schiff “Carpe Diem“.

Nach PCR-Tests ging es mit Emirates über Dubai nach Male. Die Flieger waren erstaunlich voll. Nach der Landung musste man am Flughafen warten, denn durch die Pandemie gab es keine Möglichkeit, die Hauptstadt Male ein wenig zu erkunden.

Mit der Dhoni ging es dann vom Flughafen direkt auf das Schiff.

 Das Schiff: Carpe Diem

Das  Schiff Carpe Diem hat eine Länge von 35 m und eine Breite von 10 m. Carpe Diem ist das älteste der drei Boote der Firma, ist daher vielleicht nicht das modernste und luxuriöseste Schiff der Malediven.

Dennoch tat die Mannschaft ihr Bestes, um die Reise angenehm zu gestalten. Das Boot hat 10 Zimmer und kann somit bis zu 20 Taucher aufnehmen. Zum Zeitpunkt der Reise waren 18 Gäste am Bord. Die Nationalitäten waren angenehm bunt gemischt, neben Ukrainern und Tschechen kamen die Gäste aus Frankreich, Deutschland, Österreich, Ägypten, Dubai und USA.  Allesamt lustige Mitmenschen. Andrea hatte die große Suite am Oberdeck ergattert mit 5 Fenstern und einem schönen ,großen Bad. Die Suite liegt gleich neben dem Restaurantbereich, was jedoch nie störte. Das Essen war frisch, sehr abwechslungsreich und es gab stets eine ziemlich große Auswahl.

 Tauchen auf den Malediven

Für Andrea war es nicht das erste Mal, dass sie vor der Traumkulisse der palmengesäumten Inseln des Ministaates abgetaucht ist. Sie hat bereits 2006 einen Urlaub auf der Insel Veligandu verbracht.Die Malediven sind doch für Taucher eines der Sehnsuchtsziele überhaupt. Über Wasser funkeln die weißen Inseln wie kleine Diamanten im türkisen Wasser.

Die Temperaturen sind immer angenehmen, sowohl über als auch unter Wasser. Leider war es aufgrund der aktuellen Situation nicht möglich an Land zu gehen, somit entfiel die obligatorische Insel-BBQ. 

Zwar hat das Taucherparadies in den letzten Jahren massiv unter der Korallenbleiche gelitten, aber einzelne Bereiche scheinen sich zu erholen und andere wurden nicht so hart getroffen. Dank COVID war auch relativ wenig los, es waren deutlich weniger Boote als sonst unterwegs. Die klassische Maledivenroute führte über die Atolle Nord Male, Ari, Meemu, Vaavu und Südmale. Zu sehen gibt es einfach alles, was das Taucherherz höherschlagen lässt. Haie, Mantas, Schildkröten, Rochen, Schwärme von Füsilieren und ab und an ein Walhai.




Neugierige Muränen beäugen aus ihren sicheren Felsspalten heraus die Taucher.

Über dichtbewachsenen Korallenriffe geht es wieder zurück zum Tauchdohni und auf das Boot. Nachts kommen die neugierigen Walhaie direkt an das Schiff auf der Suche nach Nahrung. Die Malediven bietet aber auch was für Makrofans, den Guides entgehen auch die kleinsten Schnecken nicht. 


Manche Tauchgänge sind tief und strömungsreich, besonders an der Kante der Atolle, aber hier kreisen dafür die Haie und manchmal auch ein Manta. 


Die Malediven für Anfänger allgemein nicht zu empfehlen sind, 50 bis 100 Tauchgänge sollte man geloggt haben. Auch wenn es durchaus natürlich viele Tauchplätze gibt, die auch für Anfänger geeignet sind.


Viel zu schnell ging die Woche vorbei und die COVID Situation war wieder allgegenwärtig. Nicht nur für den Rückflug, sondern auch für den Verlängerungsaufenthalt auf mancher Hotelinsel, braucht man einen negativen PCR-Test. Da jedoch die Tester direkt zum Boot kamen, verlief die Testung weitgehend problemlos.

Nachdem die Reisenden ihren negativen COVID Test erleichtert hin den Händen hielten, ginge es zurück nach Wien.  Andrea hat ihre erste Tauchsafari extrem gut gefallen, es war sicher nicht die letzte. Manchmal braucht man halt ein paar Jahre, um etwas Neues auszuprobieren.

 Malediven – immer eine Reise wert

Die Malediven sind und bleiben einfach eines der Top Ziele für Taucher.  Vom Deck des Safaribootes sieht man die Inseln mit ihren gleißenden Sandstränden an sich vorbeiziehen, das Wasser schimmert in allen nur erdenklichen Blautönen.

Die Unterwasserwelt gilt immer noch als eine der schönsten und vielfältigsten weltweit. Bleibt zu hoffen, dass sich Flora und Fauna während der Pandemie etwas erholen konnten. Denn bei aller Begeisterung für diesen Inselstaat darf man eines nicht vergessen. Der Massentourismus haben den Inseln und der Unterwasserwelt nicht nur Gutes gebracht. Die Malediven sind vom Tourismus absolut abhängig, der strikt islamische Staat hat keinen anderen nennenswerten Wirtschaftszweig. In den letzten Jahren wurden auf Kosten der Natur riesige Resorts vor die Inseln gesetzt. 

Wachstum um jeden Preis war die Devise. Dieses ist auch der Grund, warum die Malediven sich so schnell wieder für den internationalen Tourismus geöffnet haben. Bleibt zu hoffen, dass sich auch hier vielleicht in der Krise eine Chance bietet. Damit dieses Paradies seinen Einwohnern und auch uns Tauchern erhalten bleibt.

 

Copyright Fotos: Andrea Ludman, Christine Rauter

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