Friaul, Italien: Wieder kein Tauchurlaub

Italien statt Tauchurlaub

Nicht, dass ich tatsächlich einen Tauchurlaub für dieses Jahr geplant hätte. Denn mit der Geburt unseres dritten Kindes fiel  auch bei mir der Groschen: Tauchurlaube haben sich erstmals erledigt. Es ist einfach nicht machbar, dass ich alleine abtauche und die Familie an Land zurück lasse. Ich möchte es auch nicht, ich will tatsächlich Zeit mit dem Mann und den Kindern verbringen, auch im Urlaub. Da das verflixte Corona-Virus Reisen immer noch zu einem Risiko macht, entschlossen wir uns, wieder mit dem Auto nach Italien zu fahren. Die Sorge, dass Flüge lange Verspätungen haben oder unser Reiseland plötzlich zum Risikogebiet erklärt wird, war uns einfach viel zu hoch. Aus Italien wären wir mit dem Auto schnell wieder zu Hause. Denn eine Quarantäne oder auch lange Kontrollen bei der Einreise nach Österreich können wir uns mit drei kleinen Kindern einfach nicht leisten.

Neues Jahr, gleiches Ziel: Friaul

Wie auch im letzten Jahr entschlossen wir uns für eine Woche im Friaul und eine an der Küste. Statt eines Bauernhofes wählten wir ein Ferienhaus in den Weinbergen, nicht weit von Udine. Das Weingut Nadalutti hat nicht nur guten Wein und tolle Antipasti sondern auch ein sensationelles Ferienhaus im Angebot. Abgeschieden gelegen, konnten die Kinder sich komplett austoben. Die Region schmeckt und riecht nach Italien. Den Sound liefern die gefühlten Hundertschaften von Zikaden, die sich in den Zypressen verstecken und einen ohrenbetäubenden Lärm machen. Überall blühen Blumen, wachsen Obstbäume und die Sonne strahlt vom Himmel.



Tagesausflug nach Cividale

Wie auch im letzten Jahr machten wir viele kleine Ausflüge. Cividale ist eine der schönsten Kleinstädte in der Region. Direkt am Fluss gelegen bietet die Stadt  atemberaubende Aussichten und das beste Cafe im Friaul,  die Zuckerfee. Wir liessen uns ohne Plan und Ziel durch die kleinen Gassen treiben, die Kinder jagten auf dem Hauptplatz Tauben und wir alle stopfen Unmengen an Törtchen und Eis in uns hinein.






 

Hoch in die Berge: Refugio Pelizzo

Auf über 1000 Höhenmetern liegt der Pass Refugio Pelizzo. Durch enge Serpentinen geht es an einsamen Bergdörfern immer weiter nach oben. Die Orte, an denen wir vorbeikommen,  wirken wie der Natur abgetrotzt. Häuser drängen an schmalen, steilen Gassen mit einem atemberaubenden Panoramablick.  Oben anbekommen warten Bergwiesen, die aus einem kitschigen Heimatfilm entsprungen scheinen. Mit den Kindern wagten wir eine kleine Wanderung hinauf, oberhalb der Berghütte.



Die unscheinbare Berghütte hat es kulinarisch faustdick hinter den Ohren. Hier hatte ich das beste Essen der gesamten Reise. Die Ricotta-Gnocci in Zitronenbutter waren ein Gedicht, der Kuchen fluffig und lauwarm. Ich habe mich gar nicht mehr einbekommen vor Begeisterung. Die Nudeln werden übrigens selbst gemacht, wie man im Nebenraum eindrucksvoll sehen kann.



 

Sich treiben lassen: la dolce vita

So verfloss diese Woche voller Sonne, Pasta, Eis und Törtchen. Mit Kindern ist das Tempo ein anderes. Ausflüge in Städte schrumpfen zu der Suche nach einem Spielplatz oder einem Hauptplatz voller Tauben. Die armen Tiere kann man ausdauernd und unermüdlich jagen . Die kinderfreundlichen Italiener machen uns Eltern das leben leicht durch ihre humorvolle Art. Jeder hat ein Lächeln für die Kinder übrig und machen Späße. Ich liebe dieses Land inzwischen heiss und inning. Nicht zuletzt, weil ich mich eigentlich jeden Tag nur und ausschließlich von Pasta und Espresso machiato  ernähren könnte. Es würde mich nicht wundern, wenn wir und nächstes Jahr genau hier wieder aufhalten werden.

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