Reif für die Insel: Szentendre, Ungarn.

Die Insel im Binnenland Ungarn

Ich liebe Inseln. Inseln sind für mich die ultimativen Sehnsuchtsziele. Denn ich liebe das Wasser, in all seinen Farben, Schattierungen und Formen. Je mehr Wasser ich sehe, desto besser geht es mir. Das Gute an einer Insel ist also das Wasser. Denn egal, wohin man auf einer Insel geht, irgendwann kommt man am Wasser an. Nun gibt es zwar in und um Wien die ein oder andere Insel, wie die Donauinsel in Wien oder die Margareteninsel bei Budapest. Sie sind aber lediglich für Fahrradtouren oder einen Nachmittag in der Sonne geeignet. Ganz anders sieht es auf der mir bis dato unbekannten Insel Szentendre in Ungarn aus. Mit einer Länge von 31 Kilometern und 3 Kilometern Breite ein recht großes Stückchen Erde in der Donau. 6 malerische Dörfer reihen sich in die endlos wirkenden Sonnenblumenfelder ein. Wir kamen ganz im Süden unter, in dem Ort Szigetmonostor. Dort befinden sich hauptsächlich Ferienhäuschen. In Gehweite fliesst sie vorbei, die Donau.



 

Szentendre – ein Paradies mit Kindern

Dieses Fleckchen Erde im Fluss ist perfekt für einen Kurzurlaub mit der Familie. Es gibt viel zu entdecken: Weiden mit Pferden, kleine Dörfchen, unendliche Felder und immer wieder glitzert die Donau links und rechts der Insel. Für erfahrene Schwimmer gibt es genug Bademöglichkeiten. Man steigt in die Donau ein und lässt sich am Rand entlang in der Strömung hinabtreiben. Ein herrliches Abenteuer. Für Kinder gibt es auch geschützte  Badestellen. Hier und dort haben sich  am Ufer  Buchten gebildet, die weitgehend vor der Strömung geschützt sind. Vorsichtig sein muss man besonders, wenn große Schiffe vorbeifahren. Ihre Fahrwellen lassen das Wasser auch in vermeintlich sicherer Distanz massiv anschwellen. Selbstredend darf man die Kinder sowieso nicht aus den Augen lassen und hat sie möglichst nur eine Armlänge entfernt.



Es geht überall sehr entspannt zu.  Alles schient irgendwie entschleunigt und entspannt. Es gibt kleine Krämerläden, überbordende Obst – und Gemüsestände, Felder und Bauernhöfe. Keine Malls oder Supermärkte verschandeln das Ortsbild.  Alles ist eine Spur kleiner und ruhiger als auf dem Festland. In Szigetmonostor gibt es einen entzückenden Spielplatz, dort versammeln sich die Familien der Insel mit ihren Kindern.

 

Ausflug nach Szentendre Stadt

Auf dem Festland liegt die malerische, barocke Altstadt Szentendre. In Ungarn ist sie schon lange als touristische Sehenswürdigkeit bekannt. Zusammen mit der Insel ist die Region eines der beliebtesten Ausflugsziele in Ungarn. Die Stadt ist absolut zauberhaft. Kleine verträumte Gassen, bewachsene alte Häuschen und ein Künstlerviertel laden zum Flanieren ein. Es gibt Cafes, Restaurants und eine tolle Promenade an der allgegenwärtigen Donau. Wir haben uns einfach nur treiben lassen, die berühmten Schirmchen fotografiert und ein Eis gegessen. Der Weg auf das Festland von der Insel ist ein Abenteuer für Groß und Klein, denn es geht mit einer Fähre auf die andere Seite und auch wieder zurück. Die Überfahrt dauert keine fünf Minuten, hat die Kinder aber sehr beeindruckt.






 

Szentendre Insel und Altstadt – ein Geheimtip?

Diese Frage kann ich nur klar verneinen. Es waren ausser uns zwar nur wenige internationale Touristen im Ort, das mag aber auch der Nachsaison und der Pandemie geschuldet sein. Insgesamt wirkt die Stadt sehr touristisch, wenn auch nicht übertrieben wie Hallstatt oder andere malerische Orte in Europa. Die Nähe zu Budapest, die traumhaft Landschaft rundherum und natürlich die Donau, all das macht Szentendre zu einem perfekten Ausflugsziel. Wer länger hier bleiben möchte, kann sicherlich tolle Ausflüge in die Umgebung oder nach Budapest machen. In die ungarische Hauptstadt sind es nur 40 Kilometer. Ganz bestimmt kommen wir zurück, ich freue mich schon darauf.

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