Und irgendwann schreibe ich ein Buch.

Irgendwann schreibe ich ein Buch

Diesen Satz habe ich schon so oft gehört, von Freunden und Kollegen. Ich selber habe nie diesen inneren Drang verspürt, ich habe mich schon mit meiner Diplomarbeit recht schwer getan. Lange Texte zu schreiben, Themen auszuarbeiten und einen roten Faden durch eine Publikation zu ziehen ist verdammt viel Arbeit. Ich bin nun auch nicht gerade die Königin der korrekten Rechtschreibung. Und dennoch habe ich tatsächlich ein Buch geschrieben. Ich kleine Tipseltante. Es heisst 111 Gründe, Tauchen zu gehen. Es ist eine Liebeserklärung an das schönste Hobby der Welt.

Wie es zu meinem Buchvertrag kam

Ich erhielt im Herbst 2018 ein Email von einem Herrn Dr. Brinkmann, es ginge um ein Buch. Das Email habe ich zunächst getrost ignorierte. Denn Anfragen, ob ich ohne  Bezahlung für mehr oder weniger vielversprechende Buchprojekte, oft als  Self-Publishing geplant, schreiben würde, bekam ich immer wieder. Zum Glück war der Literaturagent seriös und hartnäckig, daher kamen wir ins Gespräch. Er hatte mich über meinen Blog gefunden und wollte mich für dieses Buchprojekt engagieren. Ich sagte zu und erhielt einen Buchvertrag mit dem Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag in Deutschland. Einen richtigen Vertrag mit einem echten Verlag. Ich konnte es kaum fassen, dass mir kleiner Tipseltante zugetraut wurde, ein ganzes Buch zu schreiben. Wir einigten uns auf eine Fertigstellung im Mai 2019, so hatte ich gute 7 Monate um das Projekt zu beenden.

Wie ist es, ein Buch zu schreiben?

Diese Frage wird mir regelmäßig gestellt. Die Antwort ist: Schön und schmerzhaft zugleich. Es war ganz wunderbar, ein ganzes Buch über mein Lieblingshobby zu schreiben und den Lesern zu erklären, warum Tauchen so großartig ist. Ich konnte mich komplett austoben und in 111 Gründen ganz frei und eigenständig erklären, warum das so ein toller Sport ist und was ich daran so liebe. Ich habe mir über alle Bereiche des Tauchens Gedanken machen können und meine liebste Freizeitbeschäftigung von allen Seiten ausleuchten dürfen. Gleichzeitig war es auch echt hart. Ich war wieder schwanger und extrem müde. Mein Sohn war gerade anderthalb Jahre alt als ich begann zu schreiben und ich arbeitete wieder in Teilzeit als Angestellte. Dazu kamen einfach Dinge, die man auch noch im Alltag unterbringen will: der Partner, die Familie, Freunde, Haus und Garten. All diese Dinge musste ich unter einen Hut bringen und nebenbei das Buch fertigstellen. Ich bin kein Wunderweib, ich bin faul und eine Heldin der Prokastination. Es gab Tage, an denen bin ich verzweifelt, dachte ich schaffe es nie und nimmer. Dennoch habe ich diese Projekt fertigestellt denn ich habe mit Begeisterung, Leidenschaft und Freude geschrieben.

Wie läuft eine Buchveröffentlichung ab?

Ich kann natürlich nur aus meiner Erfahrung heraus berichten. Der Verlag hat mir lediglich die Überschrift des Buches sowie den Umfang vorgegeben. Den Inhalt, die Struktur, die Kapitel und die Themen habe ich mir ganz alleine überlegt und ausgearbeitet. Mit dem Verlag hatte ich Termine vereinbart, zu denen ich nachweisen musste, mit dem Buch voranzukommen und die Deadline für die Veröffentlichung einhalten zu können. Nach der finalen Abgabe habe ich zwei Mal die Druckfahnen zur Freigabe erhalten, nachdem die Texte im Lektorat geprüft wurden. Parallel habe ich an der Fotoauswahl gearbeitet, die ich unbedingt selber machen wollte. Die Bilder sind eine Mischung aus eigenen Fotos und Fotos aus Datenbanken, die thematisch zu den einzelnen Kapiteln passen. Final musste ich nur noch eine Datei für die Presse, die Unterschriften der Fotos sowie den Einband freigeben und das Buch ging Ende August in Druck. Neben der reinen Schreiberei ist also auch einiges für die Pressearbeit des Verlages sowie für das Erscheinungsbild des Buches zu tun gewesen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht da mitzuarbeiten. Der Verleger selbst und seine Mitarbeiter standen mir stets mit Rat und Tat zur Seite, sind extrem freundlich und professionell.

Würde ich noch ein Buch schreiben?

Unbedingt. Dieses fertige Buch kann mir nie wieder jemand nehmen. Ich habe etwas geschaffen, dass für mich einen unglaublichen Wert hat und ich habe die Chance, dieses Buch mit Lesern zu teilen und sie für meine Welt zu begeistern. Dieses Gefühl überdeckt alle Anstrengungen, die so ein Projekt mit sich bringt. Es ist unglaublich erfüllend, das letze Wort zu schreiben und die finale Freigabe wegzuschicken. Ich kann – ganz kitschig  – meinen Kindern dieses Buch hinterlassen. Ich kann ihnen Einblick in meine Welt geben und sie an meiner Begeisterung teilhaben lassen. Ich bin auch gespannt, was sich aus diesem Buchprojekt so ergibt. Denn wenn ich eines gelernt habe, ist es, dass nichts unmöglich ist. Ich habe viel Liebe und Arbeit in meinen Blog gesteckt und er hat mir all diese Dinge ermöglich, denn ich schreibe für verschiedene Formate, habe Interviews mit Stars  geführt, tolle Tauchgänge machen können, spannende Leute getroffen und nun habe ich halt ein Buch geschrieben. Das Leben ist voller unerwarteter Momente und ich bin unendlich dankbar, dass ich dieses Buch schreiben durfte. Und wer weiß, vielleicht schreibe ich ja nochmal eines.

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